Projekte

2018

Der in Pegnitz neu gegründete "Runde Tisch für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde" lud am 27. März zu einem Infoabend zum Thema "Rechtsextremismus" ein. Der Einladung folgten rund 70 Bürger/innen aus Pegnitz und Umgebung sowie von den Pegnitzer Schulen. Zunächst machte sie ein Mobiler Berater gegen Rechtsextremismus mit der Definition des Begriffs und Inhalten einer rechtsextremen Weltanschauung bekannt.

Der Helferkreis Creußen 'Come and See' organisierte in Kooperation mit der Hauptamtlichen Integrationslotsin im Landkreis Bayreuth ein interkulturelles Training. Die eintägige Schulung vermittelte nicht nur kognitives Wissen rund um das Thema "Interkulturalität" sondern bot auch Gelegenheit zur Reflexion der eigenen kulturellen Prägung.

Der CVJM Speichersdorf organisierte am 6. März ein Zeitzeugengespräch für die Schüler/innen der 8. und 9. Klasse der Mittelschule Speichersdorf. Die Holocaustüberlebende Eva Franz, die der Minderheit der Sinti und Roma in Deutschland angehört, berichtete den Jugendlichen ausführlich und berührend aus ihrer Biographie. 1943, als Eva Franz drei Jahre alt war, wurde sie aus Hessen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

In den sozialen Netzwerken wird der Ton gegenüber Minderheiten oder (vermeintlich) Schwächeren immer schärfer: Geflüchtete, Menschen mit Behinderung, Frauen ... Jede und jeden kann der verbale Hass im Netz treffen. Wie man auf diese sogenannte "Hassrede" (engl. Hate Speech) adäquat reagieren kann, war das Thema eines Workshops im Landratsamt Bayreuth.

Der Helferkreis Come and See Creußen lud am 17.12.2017 ehrenamtliche Helfer, geflüchtete Menschen, Vertreter der Gemeinde, Nachbarn und hauptamtliche Kräfte, die im Flüchtlingsbereich tätig sind, zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier im großen Saal der evangelischen Gemeinde ein. Die Feier gab Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch, aber auch um das bisher Erreichte gemeinsam zu feiern.

Anlässlich des Holocaustgedenktags am 27. Januar veranstaltete der Bayreuther Zamirchor ein Erinnerungskonzert. Die Mitglieder des Chores, darunter Christen, Juden und Muslime, hatten u. a. Stücke von Schubert, Brahms und David Zehavi einstudiert. Auf einem großen Bildschirm waren die Namen derjenigen jüdischen Bayreuther zu lesen, die zwischen 1933 und 1945 dem Naziregime zum Opfer fielen.

Rund 40 Comic-Zeichner sind mit ihren Comics zum Thema "Toleranz" in der Ausstellung vertreten. Dabei wird Toleranz zwischen verschiedenen Gruppen und in unterschiedlichen Kontexten thematisiert: Sei es gegenüber ausländischen Nachbarn, Obdachlosen oder unter Schulkindern. Zu sehen ist die Ausstellung bis 27.01.18 in der 'Schaltzentrale' (ehem. Popp&Co.), Kulmbacherstr. 27 in Bad Berneck. Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm.

2017

Hilde Marx war eine jüdische Schriftstellerin, die 1911 in Bayreuth geboren wurde und dort das Humanistische Gymnasium absolvierte. 1938 verließ sie auf der Flucht vor den Nationalsozialisten Europa und emigrierte in die USA. Dort lebte und arbeitete sie bis zum ihrem Tod im Jahr 1986. Im Jahr 2016 konzipierte der Freundeskreis Iwalewahaus eine Ausstellung zum Leben und Werk von Hilde Marx. Diese war vom 25.11. bis zum 03.12.2017 im Altenstädter Schloss in Pegnitz zu sehen.

Die Integrations- und der Jugendbeauftragte der Stadt Pegnitz organisierten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund eine Medienwerkstatt. Das Ergebnis der zweitägigen Arbeit ist ein lustiger Trickfilm, der sich kreativ mit der alten und neuen Heimat Pegnitz befasst. Die Frage ist: Was sind die sechs wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Pegnitz? Schauen Sie rein!

Die "Gruppe 47" wurde 1947 von deutschen Autoren und einigen Autorinnen gegründet. Die Schriftsteller trafen sich jährlich zur Diskussion neuer Werke und der aktuellen politischen Situation in Deutschland. Zur Geschichte und Wirkung der Gruppe entstand nun im Landkreis Bayreuth eine Ausstellung.

Der Fachbereich Gesellschaft und Kultur der VHS Pegnitz widmete kurz vor der Bundestagswahl einen Abend der Frage nach der Zukunft der Europäischen Union. Als Referent war Georg Escher, Redakteur für Außenpolitik bei den Nürnberger Nachrichten nach Pegnitz gekommen.

Am Samstag, 24. Juni 2017 fand der zweite große Netzwerktag für Ehrenamtliche in der Asylarbeit aus Stadt und Landkreis Bayreuth statt. Hierzu luden die Ehrenamtskoordinatoren Ibukun Koussemou und Silvia Herrmann zusammen mit ihren Kooperationspartnern, u. a. das Evangelische Bildungswerk und der Caritas Verband Bayreuth, herzlich ein.

In der Gemeinde Speichersdorf leben Bürger/innen aus mittlerweile 25 Nationen in guter Gemeinschaft miteinander. Bereits 2014 sammelte der Caritasverband 15 Lebensgeschichten von Speichersdorfer/innen mit Migrationshintergrund. Das Projekt findet nun eine spannende Fortsetzung. Diesmal wird ein Kochbuch aufgelegt, das wunderbare "Gerichte mit Geschichte(n)" enthalten wird.  

Drei junge Afghanen aus Creußen und Bayreuth treffen sich einmal wöchentlich im Kunstmuseum Bayreuth. Dort erhalten die geflüchteten Jugendlichen Kunstunterricht und malen und zeichnen die unterschiedlichsten Motive. Eine Auswahl ihrer Werke ist nun vom 1. bis zum 25. August im Foyer des Landratsamts zu sehen. Der Titel der Ausstellung lautet "Geflüchtet aus der Heimat - Angekommen in Deutschland?".

Lernen kann auch ohne Sprachkenntnisse geschehen, und der Spracherwerb wird zum positiven Nebeneffekt. Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund und auf ganz unterschiedlichen Niveaus in der deutschen Sprache, ist die Zielsetzung dieses Projekts des Vereins MINTphilmal.

Im letzten Förderjahr waren mehrere Vertreter/innen des Islams und des Judentums aus dem Fördergebiet geschult worden. Sie hatten sich darauf vorbereitet, Schulklassen ab dem dritten Schuljahr zu besuchen und den Kindern und Jugendlichen ihre Religion kind- und jugendgerecht vorzustellen.

Auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau in Bayreuth wurde am 1. Mai ein Maibaum der Toleranz aufgestellt. Dabei durfte auch der Landkreis nicht fehlen. Die Pegnitzer Trommelgruppe 'Okafo' machte sich auf den Weg nach Bayreuth, um einen musikalischen Beitrag zu dem Fest beizusteuern.

Einen besonderen Nachmittag organisierte die Integrationsbeauftragte der Stadt Pegnitz, Veronika Kobert. Bei einem Workshop zum Puppenbasteln konnten Kinder und Mütter mit und ohne Fluchthintergrund gemeinsam Puppen aus Papier basteln und diese dann auf einer richtigen Bühne auftreten lassen. Angeleitet wurde der Workshop von Svetlana Zalesskaya-Ben und Zoya Kenko, die in Weißrussland ein Puppentheater im Schukarton betreiben.

Unter dem Titel "Die Zukunft ist weiblich" richtete die AWO Pegnitz ein Konzert für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund aus. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2017 lud die AWO zu dem Konzert ins Alte Schloss in Pegnitz ein. Es sangen und spielten Valentina König und Sandy Wolfrum, zwei in der Region bekannte Künstler. Valentina König wurde am Klavier begleitet von Larissa Jäger.

2016

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bayreuth-Oberfranken bot eine Trainingsmaßnahme für Muslime und Juden an: Gemeinsam wurden sie geschult, wie sie in Schulklassen anschaulich und wirkungsvoll ihre jeweilige Religion vorstellen können. Die sechs Teilnehmer/innen können nun z. B. von Lehrkräften in den Fächern Religion oder Ethik angefragt und für einen Besuch in den Schulstunden gebucht werden.

Die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Bayreuth hat die Bekämpfung von Islamophobie als einen Arbeitsschwerpunkt festgelegt. Gerade im ländlichen Raum, wo nur wenige Muslime leben, halten sich Vorurteile gegen Muslime hartnäckig und werden durch aktuelle rechtspopulistische Hetze noch gefestigt und verstärkt. Um diese Vorurteile abzubauen, wurde das Projekt "Vorträge zu Inhalten des Islam", getragen vom Moscheeverein DITIB für Bayreuth und Umgebung, im Herbst 2016 durchgeführt.

Das erste Willkommen lag schon ein paar Monate zurück, und in Creußen machte man sich Gedanken um die Zukunft. Der christliche Verein Come and See Creußen wollte den in der Stadt lebenden Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlingen auf einer neuen Ebene Unterstützung bieten - bei der Suche nach Wohnungen und Arbeitsplätzen. Deshalb startete er das Projekt "Miteinander die Zukunft gestalten", bei dem Einheimische die Geflüchteten am Computer bei der Suche nach diesen beiden essentiellen Dingen für die Integration in Deutschland begleiteten.

Im stressigen Schulalltag muss der Lehrplan abgearbeitet werden. Themen wie "Toleranz" werden vielleicht am Rande gestreift, können aber nicht intensiv diskutiert und reflektiert werden. Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Bad Berneck bot deshalb in Kooperation mit der Sebastian-Kneipp-Mittelschule zwei Tage unter dem Motto "Toleranzerziehung" an. Gestaltet wurden die Tage von Integrationstrainer Sagy Cohen und den Flüchtlingskindern aus der Unterkunft in Bad Berneck.

Früh übt sich, wer vorurteilsfrei leben will. Gefördert von "Demokratie leben!" organisierte die Evangelische Familienbildungsstätte Bayreuth seit September wöchentlich einen offenen Nachmittag für Familien mit kleinen Kindern in Weidenberg. Entscheidend dabei: Viele der teilnehmenden Familien leben in den Flüchtlingsunterkünften in Weidenberg und kommen sonst eher selten mit einheimischen Familien in Kontakt.

Auch im Förderjahr 2016 hat der Unterstützerkreis Pegnitz e. V. weiter daran gearbeitet, dass die in Pegnitz lebenden Geflüchteten und die Einheimischen miteinander in Kontakt kommen, sich kennen lernen und anfreunden können. Wieder organisierte der Unterstützerkreis drei Begegnungsangebote, bei welchen gemeinsam musiziert, gemalt und genäht wurde.

Auch in Stadt und Landkreis Bayreuth gab es Menschen, die von 1933 bis 1945 Widerstand gegen das NS-Regime, die Gleichschaltung der Gesellschaft und den Mord an Millionen Menschen leisteten. Ihre Motivation dafür war unterschiedlich, sie leisteten Widerstand aus politischer oder religiöser Überzeugung oder schlicht aufgrund einer humanitären Grundeinstellung. Diese Menschen sind auch heute noch Vorbilder für das Leben in unserer Demokratie. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung hat die Biographien solcher regionaler Vorbilder in einem Arbeitsheft für Schüler/innen zusammengestellt.  

Kurz nach Beginn des Fastenmonats Ramadan lud der Moscheeverein DITIB am 11. Juni in Bad Berneck zu einem großen öffentlichen Fastenbrechen ein. Es kamen Muslime, Christen und auch Juden aus dem ganzen Landkreis, um bei Anbruch der Dunkelheit gemeinsam das Fastenbrechen zu begehen.

Der SFV Bindlach lud erstmals zwei Gastteams aus Kroatien und Serbien nach Bindlach ein. Die Kinder und Jugendlichen betreiben die Sportart "Sportfitness" und trainierten an diesem Wochenende gemeinsam mit gleichaltrigen Bindlacher Sportfitness-Athleten. Am Abend fand ein trinationaler Begegnungsabend statt, zu dem alle Bindlacher/innen eingeladen waren.

Interkulturelle Begegnungen sind nicht nur spannend und bereichernd, sondern anfangs häufig irritierend. Angesichts der vielen Neuzugewanderten im Landkreis Bayreuth bot die VHS Pegnitz deshalb einen Vortrag zu interkultureller Kompetenz an, um auf diese möglichen Irritationen vorzubereiten.

"Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen" - unter diesem Motto gestalten die Evangelische Kirchengemeinde und die Flüchtlingshilfe Bad Berneck gemeinsam einen Begegnungsort am Marktplatz in Bad Berneck. Hier können die Bernecker und die in der Stadt lebenden Geflüchteten unkompliziert miteinander in Kontakt kommen.

Wenn in der Stadt Waischenfeld keine Asylsuchenden untergebracht werden, warum holen wir sie dann nicht einfach zu uns? Das dachte sich ein engagiertes Team von Waischenfelderinnen und setzte die Idee mit Hilfe von "Demokratie leben!" in die Tat um: Am 27. Februar hieß es "Marhaba in Waischenfeld" für Asylsuchende aus den Unterkünften in Warmensteinach und Sophiental.

„1:0 für ein Willkommen“ war eine 24-Stunden-Aktion des ASV Hollfeld. Insgesamt wurden an dem Wochenende vom 30. auf den 31. Januar 2016 in der Turnhalle der Gesamtschule Hollfeld 434 Tore geschossen. Mit diesem großen Turnier sollte für ein offenes, freundschaftliches und faires Miteinander nicht nur im Sport in unserer Region geworben werden.

Der Jugendtreff "YouTreff" in Weidenberg richtete eine besondere Verkehrsschule aus: Die Jugendlichen brachten Kindern und jugendlichen Geflüchteten aus Weidenberg, Fichtelberg und Warmensteinach das Fahrradfahren und die zugehörigen Verkehrsregeln bei. Gemeinsam hatten die Kinder und Jugendlichen trotz unterschiedlicher Sprachen viel Spaß beim Üben mit den Drahteseln.

Pegnitz hat Flüchtlinge aufgenommen - und damit diese nicht nur dort wohnen, sondern mit den Einheimischen in Kontakt kommen, hat der Unterstützerkreis Pegnitz gleich 3 Begegnungsprojekte auf die Beine gestellt: Eine Trommelwerkstatt, ein Fahrradkurs und ein Sportfest sorgten für Begegnung und Austausch.

In Warmensteinach haben die Einwohner/innen und Geflüchtete aus den im Ort befindlichen Unterkünften gemeinsam in die Hände gespuckt und ein großes Projekt angepackt.

Auch die Stadt Creußen hat im Jahr 2015 eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet. Ziel war es von Anfang an, dass die Creußener mit den dortigen Bewohner/innen unkompliziert in Kontakt kommen, um so Vorurteilen präventiv zu begegnen und gemeinsam die Integration der Geflüchteten in die Stadtgemeinschaft auf einen guten Weg zu bringen.

Das Fränkische Schweiz-Museum in Tüchersfeld organisierte eine Autorenlesung, die die Themen "Zwangsarbeit", "Gewaltherrschaft" und "Zivilcourage" zur Diskussion brachte.

2015

Integration und Willkommenskultur wird in Speichersdorf seit Jahrzehnten groß geschrieben. Dass auch die im Landkreis untergebrachten Flüchtlinge hier willkommen sind, wollten die Speichersdorfer mit einer Einladung zum „Integrations- und Familiensporttag“ an geflüchtete Familien mit Kindern bekräftigen.

Im Herbst 2015 veranstaltete der Kulturverein ‚Kunst und Kultur im Alten Kindergarten e. V.‘ in Bad Berneck eine „Internationale Trilogie“. An drei Abenden waren die Bad Bernecker eingeladen, andere Kulturen in einem lockeren Rahmen kennen zu lernen.

Gefördert mit Mitteln des Bundesprogramms beschäftigten sich im Oktober 2015 Jugendliche aus der Stadt Pegnitz und ihrer tschechischen Partnerstadt Slany mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den Folgen der NS-Diktatur in unserer Region.

Die Plakatserie "Vielfalt macht uns stark - Miteinander" zeigt, wie gut Integration und interkulturelle und -religiöse Verständigung im Landkreis Bayreuth bereits funktionieren. Die Plakate sind im ganzen Landkreis zu finden, wer Interesse daran hat, kann sie bei der Regionalen Entwicklungsagentur kostenlos bestellen.

Bei der 1. Demokratiekonferenz im Landkreis Bayreuth am 22. Juli 2015 beteiligte sich der Bayreuther Moscheeverein DITIB mit einem "kommunikativen Buffet".

Der AWO Kreisverband Bayreuth-Land e. V. engagiert sich im Landkreis Bayreuth in der Flüchtlingsbetreuung.

An der Mittelschule Weidenberg gibt es eine sogenannte Übergangsklasse, die von jugendlichen Flüchtlingen aus Syrien, Aserbaidschan, Albanien und weiteren Ländern besucht wird.

 

Der Landjugend-Bezirksverband Oberfranken e. V. lud am Sonntag, 25.10.2015 zu einem "Integrationslauf" rund um den Fichtelsee ein.